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Name M/F Geburtsjahr Biografie Aussprachen
Schlömann, Els V 1937
Schlömann, Els
Schwerzel, Anki V 1928
Schwerzel, Anki
Sluis, Nelly V 1927
Sluis, Nelly
Spoel, Ali van der V 1933
Spoel, Ali van der
Vetkamp, Diny V 1926
Vetkamp, Diny
Vonkeman, Johan M 1927
Vonkeman, Johan
Vries, Klaas de (alias) M 1933
Vries, Klaas de (alias)
Werner, Paul M 1930
Werner, Paul
Westerveld, Jo V 1922
Westerveld, Jo
Zierleyn, Bernd M 1940
Zierleyn, Bernd
Zomerplaag, Henriëtte V 1931
Zomerplaag, Henriëtte

Schlömann, Els, geboren in 1937 erzählt eine Deutsche Geschichten Geschichte:

Ich war 1952/1953 mit einer Jugendgruppe aus Osnabrück in Drenthe. Da war ein Freilichttheater, das renoviert werden musste, die Jungs erledigten die Grubenarbeiten und die Mädchen den Haushalt. An einem dieser Abende wurden wir, immer zu zweit, von einer niederländischen Familie eingeladen. Wir radelten dorthin, die Leute waren sehr nett, es gab etwas zu knabbern und zu trinken. Und dort erzählte ich von meinem Bruder Bernhard, der am 10. April 1945 in Deventer eine Kugel durch seinen Kopf bekam. Es fiel eine eisige Stille und ich fühlte mich gleich ein Nazi. Hinterher tat es mit Leid, dass ich das erzählt hatte.


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Schlömann, Els, geboren in 1937 erzählt eine Deutsche Geschichten Geschichte:

Ich wusste als Kind, dass Augustaschacht ein Gefangenenlager war. In einem Krieg macht man Gefangene, das hatte ich Zuhause gelernt. Die Söhne unserer Nachbarn wurden auch gefangen genommen. Das geschah einfach, genauso wie ich im Keller eingeschlossen wurde, wenn ich etwas falsch getan hatte. Das war das Schlimmste was meine Mutter mir antun konnte und darüber wurde weiter nicht gesprochen, also hierüber auch nicht.


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Schlömann, Els, geboren in 1937 erzählt eine  Geschichte:

Das „Führer befehl‘ wir folgen dir“, das war so der Tenor schätze ich, denn diesen Spruch den kenne ich noch aus der Nazizeit, der wurde denn nachher gesagt. Und ich habe so komische Spiele gespielt. Deutschland hat Wut auf den bösen Feind, zum Beispiel, und das war dies Länderklauen, das Spiel. Wir haben einen großen Kreis gezogen, der wurde aufgeteilt wie ein Kuchen, in Stücke. Jeder kriegte ein gleiches Stück Land und dann musste einer rufen, der durfte beginnen. <Deutschland hat Wut auf den bösen Feind>, und dann war das meinetwegen England und dann mussten alle weglaufen, oder viel mehr, dann liefen alle weg und derjenige der am Nächsten dran war dem wurde das Land geklaut nach einer bestimmten Regel und irgendwann hattest du keinen Besitz mehr. So, das hieß Länder klauen. Oder Stand an die Wand, da wurden auch die Namen der Länder verteilt. Dann warf man ein Ball an die Wand, der musste derjenige der aufgerufen, der musste den fangen und dann den antreffen und wenn man nicht getroffen hatte, da verlor man ein Punkt, denn war man wieder Verlierer und nicht Gewinner. Also wir haben solche Spiele gespielt und das haben wir natürlich entweder auf dem Schulhof andere Kinder gezeigt oder eben auch Geschwisterkinder. Oder ich habe im Sandkasten Panzer gebaut, dass weiß ich aus meiner Kindheit.


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Schwerzel, Anki, geboren in 1928 erzählt eine NSB Leute Geschichte:

Wir wohnten am Thorbeckeplein und dort gegenüber war das HBS und auf der anderen Seite stand eine Villa. Dort wohnten NSB-Mitglieder. Die Familie Frima. Wir haben diese Leute wahnsinnig gehasst, man wollte eigentlich nicht einmal an dem Haus vorbei laufen. Sie hatten einen Sohn, Pietje. Nach der Befreiung haben Menschen in der Langestraat eine Puppe aufgehängt, die Pietje Frima darstellen sollte. So wie „Pietje Frima hängen wir auf!“ Der Junge war in meinem Alter, vielleicht etwas älter und ich hasste ihn. Nicht weil ich ihn kannte, sondern weil er Mitglied der NSB war. Und NSB-Mitglieder heulten mit den Deutschen, den Moffen.


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Schwerzel, Anki, geboren in 1928 erzählt eine Geschichten von unseren Kindern Geschichte:

Der Hund aß mit den Menschen mit, er bekam einfach Kartoffeln, Gemüse und Fleisch auf einem Teller vermischt und das schlapperte er auf. Und einmal kam ich von irgendwoher nach Hause und sah einen Teller mit Essen und das habe ich gegessen. Das war nicht mein Essen, das war für die Hunde. Ich weiß noch, dass Mutter mir das erzählte und wir haben sehr darüber gelacht.


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Sluis, Nelly, geboren in 1927 erzählt eine Evakuierung 1940 Geschichte:

Unsere Familie durfte zuerst evakuieren, weil mein Vater bei der Bahn arbeitete. Man hörte schon überall Schüsse, aber auf dem Bahnhof angekommen, wurden wir wieder nach Hause geschickt, weil der Zug nicht kam. Wir haben diese Nacht mit der ganzen Familie im Wohnzimmer auf dem Boden biwakiert. Am nächsten Tag fuhr der Zug wieder und damals sind wir weggezogen. Das war das erste Mal, dass ich meinen Vater weinen sah. Er musste wegen seiner Arbeit bei der Bahn nämlich Zuhause bleiben und er musste meine Mutter mit vier Kindern alleine gehen lassen. Du weißt zu diesem Zeitpunkt nicht, ob man sich wieder sieht. Du hattest keinen Kontakt, es gab kein Telefon. Aber glücklicherweise hat es nur kurz gedauert und durften wir auch wieder als Erste zurück nach Hause.


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Sluis, Nelly, geboren in 1927 erzählt eine Der Widerstand Geschichte:

An dem Tag als der Bahnstreik ausbrach, 17. September 1944, hatte mein Vater einen freien Tag und am nächsten Tag ist er auch Zuhause geblieben. Der Zugverkehr lag noch immer still und mein Vater schloss sich bei dem Streik an. Aber damals hatte er Angst, dass wenn die Deutschen bei uns schauen würden, sie seine Uniform finden würden und also wissen würden, dass er auch streikte. Jetzt würdest du sagen: „Verbrenn die Uniform“, aber das kam dir damals nicht in deinen Kopf. Du musstest vorsichtig sein mit dieser Uniform. Darum habe ich Bekannte die eine Straße weiter wohnten gefragt ob sie diese Uniform für meinen Vater bewahren wollten. Das wollten sie schon, bis deutlich wurde, dass der Streik andauern würde und sie Angst vor den Risiken hatten, die sie mit dieser Uniform liefen. Darum kam die Uniform zurück zu uns und ich weiß eigentlich nicht, was mein Vater damals damit gemacht hat.


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Sluis, Nelly, geboren in 1927 erzählt eine Evakuierung 1940 Geschichte:

Die Verhoevenstraat, wo wir wohnten, ist eine Seitenstraße vom Kapelweg und als wir nach der Evakuierung zurückkamen, lag dort ein totes Pferd. Alle Türen der Häuser standen offen, man sah überall freilaufende Hunde, Katzen, Hühner und Kaninchen und alles war verlassen. Wir waren als erste zurück und haben damals so viel wie möglich von diesen Kaninchen in unserer Scheune gesammelt. Zu jedem der zurückkam sagten wir, dass sie ihr Kaninchen bei uns abholen konnten, aber wir hatten noch ein paar übrig. Mein Vater hat ein paar davon geschlachtet, das war für uns eine Königsmahlzeit, denn es wurde natürlich immer schlechter und das Essen ging auf Ration.


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Sluis, Nelly, geboren in 1927 erzählt eine Untergetauchte Geschichte:

Der letzte Tag den wir dort waren, war der Tag an dem sie aus, das hatten wir hinterher gehört, das wussten wir damals überhaupt noch nicht, dass die Leute aus Rotterdam die noch nicht gepackt wurden, dass die nach Amersfoort mussten und die sind alle, damals gingen sie ins Lager rein. Und damals standen wir dort zu schauen, waren sehr erstaunt, es gab damals kein Fernsehen oder Radio, wir wussten es damals auch überhaupt nicht, wo kamen die Leute her? Aber wir wussten, dass sie dort hineingingen, und dann war da ein Mann und der gab einer von uns seine Adresse und sagte: „Sag dass ich hier bin und dass ich in Amersfoort bin“, und manche schrieben etwas auf und die Schranke ging zu. Und damals sagte ich goh joh, sie beachten dich gar nicht, er hatte eine Tasche oder sowas dabei, und ich sagte setze die Tasche ab du kommst zu mir nach Hause, mach schon und geh mit mir mit, und er gab mir einen Arm und direkt gegenüber dem Lager, das ist jetzt anders, hatte man den Kapelweg, wir liefen da also ruhig eh, und er war so nervös, er sagte nichts, er war so nervös und schaute ein bisschen um sich hin, sah er einen Deutschen auf dem Fahrrad ankommen dachte er: Oh, das war‘s jetzt, und sage zu, weiß nicht wie sie hieß, seine Freundin, dass ich sie immer geliebt habe und grüße meine Mutter, und ich sagte: joh, tu nicht so dumm, und der Deutsche radelte einfach weiter, der hatte überhaupt nichts bemerkt. Dann kam ich Zuhause mit diesem Jan an, hinterher schien er Jan Teers zu sein, und meine Mutter hat echt nicht gejubelt, die hatte genug an uns, um uns Essen zu geben, und sie hatte keine Lust auf noch jemanden, aber gut, er ist dann bei uns geblieben, damals sagte er abends, ja es gibt natürlich nicht viel zu essen, aber er habe Geld. Damals sagte er, ob ich nicht wüsste wo man Fleisch kaufen könne, und ich dachte damals, der Vater von Tonnie hat das. Nun, was er dafür bezahlt hat weiß ich nicht, aber es wird sehr viel gewesen sein. Nun und abends aßen wir Fleisch. Und wir wurden alle nach und nach sehr krank, denn das waren wir überhaupt nicht mehr gewöhnt, um irgendwas mit Fleisch zu essen.


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Spoel, Ali van der, geboren in 1933 erzählt eine Kamp Amersfoort & die Gefangenen Geschichte:

Als Kind wusste ich nichts von Kamp Amersfoort, ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass gesehen habe, dass Gefangene durch die Stadt gelaufen sind. Ich kann mich auch nicht an deutsche Soldaten in der Stadt erinnern. Das kommt wahrscheinlich, weil wir am Rand von Hoevelaken wohnten und meine Hauptschule am Kruiskamp war; das war in der Nähe des Hauses.


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Vetkamp, Diny, geboren in 1926 erzählt eine Kamp Amersfoort & die Gefangenen Geschichte:

Die Schießereien, die Leute die getötet wurden, das war immer sonntags. Es war immer am Sonntagmorgen so um die Kaffeezeit, dass so ein großer Lastwagen vorbei fuhr. Die Rückseite offen Soldaten darin. Der Wagen fuhr zur Heide, dort wurden Löcher für die Gefangenen gegraben und dann kam das Auto zurück. Wir wussten dann, dass abends wieder etwas geschehen wird.

Und ja, he, so gegen achtzehn Uhr, wenn es auf der Straße ruhig wurde, kam das Auto wider. Aber dann mit Gefangenen hinten drauf. Die Leute standen im Pyjama ider so. Ob es jetzt warm oder kalt war, Winter oder nicht, das machte denen nichts aus, sie standen hinten auf dem Lastwagen. Und dann, nach einer Stunde oder so kam der Lastwagen zurück, leer ….

Mein Vater ging dann jedes Mal am nächsten Morgen zu dieser Stelle und dann konnte er genau sehen wo die Leute begraben waren. Das har er die ganzen Jahre über aufgeschrieben. Das versteckte er wirklich gut, damit es niemand finden konnte. Nach dem Krieg wurde alles aufgedeckt und wurden alle Gräber gefunden.

 


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Vetkamp, Diny, geboren in 1926 erzählt eine Gute Deutsche Geschichte:

Nun mit nervigen Deutschen hatte ich keine Probleme, aber mit netten Deutschen schon, ja, weil dann später, als wir auf der Heide lebten und dann ja, damals liefen die Jungs, die waren auch ganz locker dort, die kamen auch zum Schießen lernen und dergleichen, und gut, und wenn man dann ein schlaksiges Mädchen sieht kann man sagen, dass sie doch mit ihr sprechen wollen, und dass sie mit ihr ausgehen wollen, aber ja, darauf bekamen sie keine Antwort nein, nein dazu war ich überhaupt nicht bereit. Nein.


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Vetkamp, Diny, geboren in 1926 erzählt eine Kamp Amersfoort & die Gefangenen Geschichte:

Ja, ja du hast es natürlich nie ganz gesehen he, aber du hast sehr viele Dinge gehört, ja und auch ja ich sah viel und du hattest dann das Lager und davor war ein großes Stück Grund, sag mal von hier bis zur gegenüberliegenden Straßenseite und der wurde bearbeitet, da liefen die Gefangenen, die mussten den bearbeiten he, es wurden Gemüse und Kartoffeln und sowas angebaut. Also ich kam viermal am Tag vorbei, also konnte ich viermal am Tag schauen, natürlich ja, früh morgens waren sie dort noch nicht, aber abends manchmal auch noch nicht, aber mittags immer und dann, überall an den Ecken standen die großen Wachtürme wo so ein Deutscher saß ja und eh, na ja du weißt wie die dann so sind, pfeifen wenn ein Mädchen vorbei kommt, ich höre nie etwas, nein.


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Vonkeman, Johan, geboren in 1927 erzählt eine Der Anfang des Krieges Geschichte:

Nicht lange nach der Evakuierung gingen wir wieder zurück nach Amersfoort, nach Hause. Fahrräder waren weg, aber sonst nichts, im Haus war alles durcheinander. Eine Woche später gingen wir einfach wieder zur Schule. Der Krieg lag natürlich in der Luft. Es wurde bereits ab Juni 1939, noch bevor die Deutschen in Polen einfielen, bei uns in der Gegend mit Sand gefahren. Der Liniendeich wurde verstärkt, Bunker wurden gebaut und kurz bei unserem Haus, in der Stadt wurden Schützengräben gemacht. Schützengräben im Herzen der Stadt. … dann weiß du einfach, dass es nicht gut geht. Alles war auf den Osten gerichtet, also du wusstest was geschehen konnte. Das knisternde Feuer der Flugabwehr morgens mit gelegentlichen Strahljägern in der Luft, überraschte uns im Mai 1940 auch nicht mehr.


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Vonkeman, Johan, geboren in 1927 erzählt eine Der Widerstand Geschichte:

Wir hatten Familie außerhalb der Stadt wohnen und dort holten wir regelmäßig Essen. Ich war Zuhause der Älteste und ich hatte ein Fahrrad, also ging ich auf „Schmuggelreise“ und ja, ich habe alles gefüttert sogar die Kaninchen, für die ich Gras holte. Dadurch hatte ich wenig Zeit für Hausaufgaben und somit musste ich auf der Handelsschule ein Jahr wiederholen. Die Schule wurde 1944 von den Deutschen gefördert und damals haben wir in einem anderen Gebäude das Examen gemacht. Danach bin ich zur HBS am Thorbeckeplein gegangen. Ich war noch nicht auf der Schule und schon musste ich untertauchen. Das war im September 1944. Die Situation wurde eng und es schien als ob die Deutschen bestimmten Leuten, worunter mein Vater, auf der Spur waren. Wir haben die Stadt mit der ganzen Familie verlassen.

Glücklicherweise ist nichts geschehen und wir sind auch wieder zurückgekommen, aber damals bin ich untergetaucht. Meine zwei Brüder, die wesentlich jünger waren, sind danach mit allerlei Dingen durch die Stadt gefahren. Sie brachten beispielsweise mit ihrem Traktor Schmuggelfleisch rum. Diese Dinge haben sie getan: Mit Ihrem Traktor durch die Stadt, ein bisschen Gepäck darauf und kein Hahn der danach krähte. Im Mai 1945 tauchte ich wieder auf und einen Monat später gingen wir wieder zur Schule als wäre nichts gewesen! Als ob nichts gewesen wäre …


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Vonkeman, Johan, geboren in 1927 erzählt eine Judenverfolgung & Verbrechen Geschichte:

Wir hatten einen jüdischen Jungen in der Klasse, Jacques Kropveld. Er wohnte am Varkensmarkt und sein Vater hatte einen Laden mit Festartikeln. Dieser Junge hatte ein echtes jüdisches Äußerliches. Er hatte eine schlechte Nachbarschaft dort wo er wohnte, er wurde in der Nachbarschaft belästigt. Auf der Schule, in der Klasse gab es keine Probleme. Es entstand nur Spannung, wenn im Geschichtsunterricht beispielsweise zur Sprache kam, dass Juden nicht gewünscht waren. In solchen Momenten reagierte er rebellisch und dann stoppte das Gespräch. Wir Jungens von 14 Jahren wussten auch nicht was wir damit tun mussten.

Zu einem gewissen Moment trug er einen Stern und ab diesem Moment musste er in der Klasse apart sitzen. Aber das ging nicht, darum hatte er einfach einen Platz in einer Bank. Die Deutschen kontrollierten das zu diesem Zeitpunkt auch nicht. Irgendwann war er verschwunden. Wir vermissten ihn und niemand wusste was mit ihm geschehen war. Den einen Tag war er auf der Schule, am anderen Tag war ihr Haus leer. Erst nach dem Krieg ist uns deutlich geworden, dass die Familie nach Westerbork gebracht wurde und von dort nach Sachsenhausen geschickt wurde. Er ist nicht zurückgekommen.

 


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Vonkeman, Johan, geboren in 1927 erzählt eine Geschichten von unseren Kindern Geschichte:

Schau, eh, Gefangenentransporte hatte man auf viele verschiedene Arten. Man hatte Transporte von Gefangenen die vom Lager geholt wurden, auf den Zug gesetzt und nach Deutschland transportiert wurden, hoppla weg. Aber was geschah damit? Man hatte auch andere Gefangenentransporte, 43, das waren Kriegsgefangene die aufgerufen wurden. Aber es gab auch Soldaten, Offiziere die freigelassen wurden und die haben sie 42, 43 aufgerufen, die Deutschen. Als Kriegsgefangene. Und die wurden in der Bernhardkaserne untergebracht. Und nicht zu den Kleinen auf den Transport nach Deutschland gesetzt, da war ich dabei. Das war ein ganz anderer Transport. Das waren vierzig Mann zusammen, pro Mal dann, die nach Deutschland transportiert wurden. Schau, es ist so, dass zu einem gewissen Zeitpunkt durch die Spannungen die in den Niederlanden zunahmen, dass die Deutschen zur Schlussfolgerung kamen wir müssen die Menschen, die Leitung geben können, packen. Und die wurden dann aufgerufen und interniert, Offiziere und die haben sie auch nach Deutschland transportiert und hier in Amersfoort wurden sie hinten auf den Zug geladen, um 11 Uhr morgens, drei Waggons und dahinter war ein Waggon mit Deutschen. Und der Zug war an normalen Fahrplan gebunden, der ging nach Hengelo, von Hengelo aus, wurde er nach Oldenzaal gefahren und folglich nach Deutschland. Zu einem gewissen Zeitpunkt war auch das Rote Kreuz dabei betroffen. Und die Jungs bekamen Blechgeschirr mit Lebensmitteln mit. Und das Blechgeschirr das musste zurück. Und dann kamen sie zu mir, das Rote Kreuz Hermandad, und dann ging ich morgens zum Bahnhof und dort wurde ich von Leuten vom Roten Kreuz aufgefangen und zum Zug gebracht, dann bekam ich einen Platz bei Deutschen im Waggon und es wurde genau erzählt, das und das Blechgeschirr ist es, die und die Papiere hast du und in Hengelo das Blechgeschirr nach draußen und dann zurückgebracht nach Amersfoort. So bin ich verschiedene Male mitgereist und z.B. in Apeldoorn, als der Zug dann stoppte, sprangen die Moffen gleich heraus, die standen dann alle entlang dem Bahnsteig auf der anderen Seite, um abzuschirmen. Aber wir hatten keine Unfälle, nur in Hengelo blieb der Zug oft eine Weile stehen, denn dann wurde abgekoppelt und dann fuhr er weiter nach Enschede. Dort wurde er wieder an einen Zug nach Oldenzaal gekoppelt, einen deutschen Zug, und dann standen dort auch Leute, natürlich hinter dem Zaun, ja, Familie hé, und dann liefst du dort rum als junger Mann. Ja, du konntest nichts tun, nichts. Du konntest keinen Brief übergeben oder was auch immer, denn die Deutschen hatten das sofort zu packen. Ich musste dafür sorgen, dass die Sachen zurückkamen. Und einmal ist es insofern schiefgelaufen damals ging es in Hengelo falsch, damals gingen wir nach Oldenzaal, damals bin ich dabei gewesen nach Oldenzaal, da habe ich bei der Zugführung Himmel und Erde bewegt, als sechzehnjähriger Knabe, dass der Zug halten muss, und dass das Blechgeschirr raus musste. Nun, das war eine ziemliche Sache, aber sie sind herausgekommen, und sie sind zurückgekommen.


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Vries, Klaas de (alias), geboren in 1933 erzählt eine NSB Leute Geschichte:

Am 6. Mai 1945, also nach der Befreiung und noch bevor mein Vater verhaftet wurde, standen viele Menschen vor unseren Fenster und die sangen „hier wohnt ein Landesverräter und er wird seiner gerechten Strafe nicht entlaufen“. Ich war erstaunt auch die Tochter unseres Nachbarn dazwischen zu sehen, nach allem was mein Vater für ihren Bruder getan hatte. Ist das jetzt Dankbarkeit? Ist die Welt so aufgebaut?


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Vries, Klaas de (alias), geboren in 1933 erzählt eine NSB Leute Geschichte:

Mein Vater hatte verschiedene Freunde, worunter der  NSB-Polizeiinspektor Breugem, der im Krieg zum Kommissar der Polizei in Amersfoort ernannt wurde. Mein Vater ging im November 1944 bei ihm und seiner Familie auf Besuch und machte so mit, dass während des Abendessens geklingelt wurde. Es kamen drei Deutsche ins Zimmer, die was wissen wollten. Breugem, der Angst hatte, dass es eine Aktion des Widerstands war, bat die Männer sich auszuweisen. In der Verwirrung die darüber entstand zogen die Soldaten ihre Revolver.  Breugem dachte damals, dass es ein Anschlag war und warf sich auf einen der Soldaten, worauf ein zweiter ihn auf der Stelle erschoss. So, im Beisein seiner Frau, seiner Töchter und meines Vaters. Das führte zu viel Entsetzen.


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Vries, Klaas de (alias), geboren in 1933 erzählt eine NSB Leute Geschichte:

Die Reaktion von vielen Leuten, auch später noch, später auf meiner Arbeit, in meiner Laufbahn, dass man merkt, dass noch immer einer Aversion gegen Menschen, Kinder von Eltern die bei der NSB waren, dass da noch immer eine Aversion besteht, obwohl die Kinder nichts daran tun können.  He, was kann ich daran tun, dass mein Vater bei der NSB war, aus Prinzip, und wäre er das nicht gewesen dann kann ich als Kind auch nichts daran tun. Aber das wird oft auf die Kinder projiziert. Da ist wieder so einer, sicher auch so ein eh … he, also ja, das ist einfach schwer und das verfolgt dich sehr, sehr lange.

Leute sagen: He, ein NSB-Mitglied das ist falsch und die Kinder von NSB-Mitgliedern taugen also auch nichts. Denn die kriegen die Schmach mit. Und dann wird das auf eine andere Art auch den Kindern übel genommen. Und die können überhaupt nichts daran tun. Mein Bruder war in der Jugendgruppe, und ich war bei den Allerkleinsten, aber ja, was weiß man als 9- oder 10-jähriges Kind, he, was wissen die von der Politik.  Darüber weiß man doch nichts. Und ich denke also, dass die Leute das viel zu wenig beachten, dass wir das nie fassen konnten, alle diese Dinge.


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Werner, Paul, geboren in 1930 erzählt eine Der Anfang des Krieges Geschichte:

In den ersten Maitagen von 1940 traute sich mein Vater nicht ins Geschäft, durch all die Schützengräben vor unserem Haus. Er hatte Angst und weinte. Darum übernachteten wir bei Bekannten, Kunden von meinem Vater, Restaurant Hoefnagels. Dort kamen nachts die Soldaten von der Front, auf dem Rückzug. Ich erinnere mich an das Geräusch der Pferdehufe. Die Verwundeten lagen auf der Treppe und auf dem Billarttisch, das Krankenhaus war voll und ich sah Leute mit Blut. Das fand ich gruselig, vor allem weil ich über die Leute hinweg steigen musste, wenn ich nachts zur Toilette musste. Das hat ein paar Tage gedauert und dann sind wir zur Evakuierung zum Bahnhof gegangen.


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Werner, Paul, geboren in 1930 erzählt eine Kamp Amersfoort & die Gefangenen Geschichte:

Mein Vater war ungefähr eineinhalb Monate in der Totenzelle von Kamp Amersfoort. Und wir wussten nichts, wir hatten keine Ahnung wo er war. Bis er wieder bei uns vor der Tür stand. Er wurde verhaftet, weil er ein Fest auf der Manege in de Treek in Leusden hatte und mit seinem betrunkenen Kopf nach der Sperrzeit entlang dem Lager nach Hause radelte. Er wurde natürlich sofort von so einer Wache angeschrien, aber statt abzusteigen ist er weiter geradelt. daraufhin wurde er verhaftet und in die Todeszelle gesteckt, sie dachten ganz bestimmt, dass sie einen dicken Fisch gefangen hatten. Er wurde danach ein paar Mal von Kotälla verhört. Das war ein schreckliches Arschloch, der nur schreien konnte, aber als Kotälla einmal etwas ruhiger war, fragte mein Vater ihn ob der Ortskommandant eigentlich wusste, dass er in der Todeszelle saß. „Der Ortskommandant?“, fragte Kotälla, „kennen Sie den denn?“, worauf mein Vater antwortete: „Ja, der kommt zu mir ins Geschäft und es könnte für Sie verkehrt ablaufen, wenn er hört, dass ich hier sitze! Rufen Sie ihn an.“ Kotälla rief damals im Beisein meines Vaters den Ortskommandanten an: „‘Herr Werner. Was? Sofort frei lassen!“ Mein Vater wurde daraufhin unter die Dusche gesetzt und entlaust, er bekam lecker zu essen und nach ein paar Tagen Erholung, haben sie ihn nachts nach Hause gebracht. Ich wurde wach, weil er Steinchen an mein Fenster warf und damals dachte ich, dass ich einen Geist sah. Er hatte aber einen Tick davon, ja, aber was willst du auch, wenn du in die Todeszelle gesperrt wirst und das Geschreie und das Schießen um dich herum hörst.


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Werner, Paul, geboren in 1930 erzählt eine Es gab auch schöne Momente Geschichte:

Wenn bombardiert wurde, dann saßen wir im Keller und dann sagte mein Vater, Nel, dann kamen wir aus dem Keller und dann hatte sie ein Sieb auf dem Kopf, wie ein Helm, und wir haben uns totgelacht, und dann sagte sie: „Wollt ihr den keine Suppe, ich werde in der Suppe rühren, was kümmern mich die Bomben, wenn wir einen Volltreffer kriegen gehen wir doch alle drauf“, und dann gingen wir wieder in die Küche und dann sagte mein Vater, die ist verrückt, und wir haben uns totgelacht. Sehr gut, he? Sehr gut, mein Vater versuchte uns Angst zu machen und da stand sie mit dem Suppenlöffel und dann sagte sie: „Die Suppe ist fast fertig“, und wir haben uns schief gelacht und dann hörte man die Flugzeuge, nachdem der Bahnhof bombardiert wurde, he. Und das ist eigentlich die beste Art he, wir bekamen also keine doppelte Erziehung, von meiner Mutter auch das Phlegmatische he. Sehr phlegmatisch so von ach, was kann dir passieren, tot ist tot und leben ist leben. Und daran kannst du nichts tun, he. Du kannst es nicht verhindern.


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Westerveld, Jo, geboren in 1922 erzählt eine Der Widerstand Geschichte:

Und dann geschah es, dass der Kirchendiener der Kirche von der Keizersgracht und der Geistliche der Kirche von der Keizersgracht, die in der Nähe unserer Kirche lag, vor der Kirche erschossen wurden. Das muss auch die Tat von Verrätern gewesen sein. Wir wussten damals überhaupt nicht, dass dort auch für den Widerstand gearbeitet wurde. Nin, und dann bekommt man so eine Art Panikreaktionen. Bei uns musste sofort alles weg. Nur mein Vater und ich mussten Zuhause bleiben, denn man durfte die Kirche nicht alleine lassen. Und damals hatte ich Angst, in dieser Nacht hatte ich wirklich große Angst. Ich dachte: ‘Oh je, Was ergibt sich daraus und wer spricht?’


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Westerveld, Jo, geboren in 1922 erzählt eine Judenverfolgung & Verbrechen Geschichte:

Von Zeit zu Zeit gab es Verhöre. Und Van Rijn wurde als erster verhört, das muss so sein, denn sonst hätte Wim das nie gesehen. Also nach dem Verhör von Van Rijn, war Wim an der Reihe. Aber er wurde nicht gefoltert. Ja, wohl einen Tritt oder so was, aber weiter nichts.  Aber Van Rijn war wirklich eine lebende Leiche. Er konnte nur noch über den Boden kriechen, und das war natürlich auch sein Tod. Aber das ist sehr, sehr schlimm gewesen.


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Westerveld, Jo, geboren in 1922 erzählt eine Untergetauchte Geschichte:

Qua Kirche hatten wir vier Speicher, einen natürlich für die Familie und zwei an der Seite vom Leidse Plein, und in den besten hatte mein Vater ein gutes Versteck gemacht. Nun, was geschah an diesem Mittag, ja mein Vater war Bauunternehmer und er hatte im Keller noch etwas altes Holz, und ja was tut ein Junge mit achtzehn Jahren, he, der sich verstecken muss, der bastelte ab und zu im Keller und so, aber das war eigentlich ein Gässchen, dort war die Straße und dann kam ein Zaun aus Eisen, dort stand das Küsterhaus, und dort ging man hinein, und dann musste man ein Stück geradeaus, bis zur Fensterbank etwa, und dann kam die Haustür. Aber an der Site, das war die Kirchenmauer, dort war auch ein Fenster, und damals hörte ich Karel, der war dort am Basteln, und er hörte, klos, klos, klos, die Stiefel, he und er dachte: oh, nein und was tut er, und das war sehr dumm von den Moffen, sie waren zu zweit, die Kellertür ging Richtung Haustür auf. Und ja, was tat Karel, wie der Teufel aus dem Keller, also die Haustür eh, die Kellertür drehte sich gegen die Haustür an und dann war recht eine Treppe, geradeaus und dann in die Kirche. Das hat er also getan, zur Vorderseite gerannt, dort nach oben und zu seinem Versteck. Nun, dort sind sie natürlich nie gewesen. Das fanden sie natürlich nicht so toll und dann war meine Mutter an der Reihe und damals ging es ihr noch gut, wo er war, und sie kriegen ihn schon, sie sagte: ich habe ihn sicher schon seit einem Jahr nicht mehr gesehen, das war wahr, denn er die ersten sechs Wochen bei meiner Tante in Doorn untergetaucht, und dort hatten sie eine Razzia und damals traute er sich nicht mehr, also ist der den Rest des Krieges Zuhause gewesen. Sie sagte: Ich habe ihn seit einem Jahr nicht gesehen, ich weiß nicht wo der Junge ist. Damit mussten sie es tun, sie sagten jedoch: Sein Kopf fällt und wir erwischen ihn noch.


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Zierleyn, Bernd, geboren in 1940 erzählt eine Kamp Amersfoort & die Gefangenen Geschichte:

Ich weiß nicht ob mein Vater über Kamp Amersfoort auf dem Laufenden war. Er kannte Amersfoort sehr gut, darüber können keine Missverständnisse bestehen. Aber ich weiß nicht, ob er das als Konzentrationslager erfahren hat. Das war es eigentlich nicht, es hieß anders. Es war eine Art Sammelstelle, um von hier aus zu einem Arbeitslager, vorsichtig ausgedrückt, und vielleicht auch zu einem Konzentrationslager geschickt zu werden.

 


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Zomerplaag, Henriëtte, geboren in 1931 erzählt eine Judenverfolgung & Verbrechen Geschichte:

Ich war 11 Jahre als wir abgeholt wurden. Ich werde das mein Leben lang nicht vergessen. Wir lagen schon im Bett, wir schliefen schon und dann wurde ich aufgeweckt. Ich sah einen Deutschen im Schlafzimmer stehen, mit dem Gewehr im Anschlag. Ich musste aufstehen, mich ankleiden und dann mussten wir weg. Wir wurden in Lastkraftwagen zum Theater gebracht. Ich fing an zu zittern als sie mich aufweckten und ich habe drei Tage lang gezittert.


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Zomerplaag, Henriëtte, geboren in 1931 erzählt eine Kamp Amersfoort & die Gefangenen Geschichte:

Na ja, in Westerbork war man freier als in Kamp Amersfoort. In Westerbork konnte man durch das ganze Lager laufen und überall hineinlaufen wo es möglich war, ich sage nicht in die große Küche und all die Dinge, aber in die normalen Baracken konnte man einfach hinein, und das ging in Amersfoort nicht. Denn dort war ich in zwei Baracken, Baracke neun und Baracke zehn und weiter durfte ich nicht kommen. Irgendwo ist eine Karte und dann kann ich genau


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